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Was ist SIMAP@home ?
Proteinähnlichkeiten geben Hinweise auf die Verwandschaftsverhältnisse
zwischen Proteinen. Verwandte Proteine haben oft gleiche oder ähnliche
Eigenschaften und Funktionen im Organismus, da sie sich im Lauf der Evolution
nur langsam verändern. Da man derzeit viel mehr Proteinsequenzen kennt als man
eingehend in Labors untersuchen kann, werden die experimentellen Erkenntnisse
über ein Protein auch auf dessen Verwandte übertragen. Ein gutes Beispiel dafür
ist die intensive Untersuchung von Mausgenen und -proteinen, deren Ergebnisse
oft auch für den Menschen gültig sind. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere
Methoden in der Bioinformatik, die auf Proteinähnlichkeiten basieren. Unsere
Proteinähnlichkeitsdatenbank stellt all diesen Methoden die vorberechneten
Ähnlichkeiten aller bekannten Proteine zur Verfügung. Dadurch eröffnen sich
neuartige Möglichkeiten, denn bislang wurden die Ähnlichkeiten immer und immer
wieder neu berechnet. SIMAP wird regelmäßig aktualisiert und muss nur neu
hinzukommende Sequenzen in die Matrix integrieren (sogenannte inkrementelle
Updates). SIMAP ist für Forschung und Lehre vollständig kostenlos verfügbar.
Was wird berechnet?
Da
der Berechnungsaufwand für eine solche Matrix quadratisch mit der Größe der
Matrix steigt, sind unsere internen Resourcen (gridengine-cluster unter Linux)
schon lange nicht mehr ausreichend. Daher haben wir einen BOINC-client
implementiert, der auf den Quellen von FASTA aufbaut, eines heuristischen
Programms zur Sequenzaehnlichkeitssuche. Diesen Client gibts nun seit ca. einem
Jahr, aber wir haben bislang nur Tests mit ihm gefahren. Anfang gab es
verschiedene Probleme, die mit dem BOINC-Team um Dave Anderson behoben werden
mussten. Momentan stellen wir den Client nochmal etwas um, da sich die
Berechnungsprozedur etwas verändert hat. Der boincsimap-Client ist ein
"Minimal"-Client ohne Screensaver-Grafik etc., da wir erstmal Wert auf die
Funktionalität gelegt haben.
Ist
SIMAP@home öffentlich?
Ja, es wird öffentlich werden. Auch wenn
anfangs nur ein interner Einsatz (Clients auf den PC-Pools der TU München und
Fachhochschule Weihenstephan) geplant war, wollen wir gern mit allen
Interessierten zusammenarbeiten. Wir werden das Projekt voraussichtlich im
September/Oktober (Stand: 19. August 2005) öffentlich machen, dann wird es auch
auf boinc.berkeley.edu bekanntgegeben. Eine Publikation über das Projekt ist
auch schon fertig und momentan "under review". Bis dahin werden wir die
SIMAP@home-Webseite entsprechend gestalten, Dokumentationen und Informationen
bereitstellen etc.
Wer betreibt
SIMAP?
SIMAP ist ein Gemeinschaftsprojekt des
GSF-Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt in Neuherberg bei München und
der Technischen Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan.
Ansprechpartner ist Thomas Rattei vom Lehrstuhl für Genomorientierte
Bioinformatik.
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