SETI@home - Wie arbeitet SETI


Das Problem — Berge von Daten

Die meisten SETI Forschungsprogramme die derzeit bestehen, einschließlich des Programms der Universität in Berkeley bauten riesige Rechner um ihre Daten in Echtzeit zu berechnen. Keiner dieser Computer schaut wirklich tief in den Daten nach schwachen Signalen oder nach einer großen Anzahl von Signalen (woraus wir später noch einmal zurückkommen) Der Grund dafür liegt in nicht ausreichender Rechenleistung. Um auch noch die schwächsten Signale zu finden benötigt man aber sehr viel Rechenleistung. Es würde ein gigantischer Supercomputer benötigt um diese Aufgabe zu bewältigen, einen solchen Computer zu bauen oder zu kaufen, könnte sich aber keine Forschungsgruppe leisten. Die einzige Möglichkeit alle Daten zu untersuchen wäre kleinere Rechner daran arbeiten zu lassen, was aber viel länger dauern würde. Dieser langsamere aber genauere Analyse würde aber bedeuten das in dieser Zeit sich soviel "neue" Daten anstauen würden, dieser "Datenberg" würde dann wachsen und wachsen, weil der Computer mit an Analysen nicht hinterher kommen würde. Dies geht natürlich auch nicht. Wenn man aber sehr VIELE Kleincomputer nehmen würde und sie simultan an verschiedenen Analysen arbeiten lassen würde ? Doch woher sollte das SETI Team, tausende von Computern nehmen und wo diese dann aufstellen, um den unaufhörlichen Datenstrom von Arecibo zu analysieren ?

Der SETI Teamt der Universität Berkeley entdeckte, daß es bereits Tausenden Computer gibt, die dafür verwendet werden könnten. Die meisten dieser Computern stehen die meiste Zeit herum und lassen Toaster über ihren Bildschirm fliegen oder Sterne oder ähnliches und dabei nichts Produktives tun, außer Elektrizität zu vergeuden. Dies ist, wo SETI@home (und Sie !) ins Spiel kommen. Das SETI@home Projekt hofft, Sie zu überzeugen, ihre ungenutzte Rechnerleistung, zu verleihen, wenn Sie den Computer nicht nutzen. Dies geschieht mit einer Art Bildschirmschoner, der Daten aus dem Internet empfängt, diese Berechnet und dann die Resultate wieder zurücksendet. Sobald Sie wieder an Ihrem Computer arbeiten stellt der Bildschirmschoner seine arbeit ein und behindert Sie nicht mehr. Sobald der Computer dann wieder längere Zeit ungenutzt bleibt, setzt das Programm seine Analyse wieder fort. Ein Eingreifen durch Sie ist nicht notwendig.

Es ist eine interessante und schwierige Aufgabe. Es gibt so viele Daten zu analysieren, daß es unmöglich scheint! Diese Daten können aber leicht in kleine Stücke oder Datenpakete aufgeteilt werden, die dann alle separat und gleichzeitig bearbeitet werden können. Keines der Stücke hängt von den anderen Stücken ab. Arecibo sieht auch nicht den ganzen Himmel sondern immer nur einen kleinen Ausschnitt (ca. 23%). Innerhalb von 2 Jahren wird dieser Ausschnitt 3mal komplett gescannt.