SETI@home - Worterklärungen
Radiowellen Erkennung und Verarbeitung


Stellare Interferometrie


Mit Hilfe der Interferometrie können Abstände von Doppelsternen bestimmt werden, deren Distanz unter dem Auflösungsvermögen des verwendeten Teleskops liegen. Das Meßprinzip ist recht einfach und funktioniert nach dem Prinzip der Beugung am Doppelspalt. Maskiert man die Teleskopöffnung mit einer Doppellochblende, so wird ein Stern durch jede der beiden Öffnungen separat abgebildet. Im Fokus überlagern sich die Lichtwellen beider Blenden und es entsteht ein typisches Interferenzmuster, dessen Streifendichte vom Abstand der Aperturen abhängt. Fällt das Licht zweier eng benachbarter Sterne durch die Blende, so überlappen sich die Interferenzmuster der beiden Sterne im Beugungsscheibchen. Sind beide Komponenten etwa gleich hell, so läßt sich ein Positionswinkel und eine Basis finden, bei der die Intensitätsmaxima des einen Interferogramms auf die Intensitätsminima des anderen Fallen. In diesem Fall ist der Streifenkontrast minimal und der Abstand der beiden Komponenten kann berechnet werden. Einen ausführlichen Artikel über die ersten Erfahrungen mit einem einfachen Interferometer können Sie im Artikel Gamma Virginis - mit einem 8-Zoll-Teleskop interferometrisch beobachtet (120 kB) nachlesen.

Sie haben schon mal von Karl Schwarzschild gehört ? Nach ihm wurde der sogenannte Schwarzschild Effekt benannt, der bei der Langzeitbelichtung von Fotoemulsionen eintritt. Bei den meisten Filmen sinkt die Empfindlichkeit mit der Belichtungszeit. Aber wußten Sie schon, daß Karl Schwarzschild mit einem Interferometer Doppelsternabstände bestimmte ? Den historischen Artikel Über Messung von Doppelsternen durch Interferenzen von 1895 finden Sie unter http://olbin.jpl.nasa.gov/papers/karl/.