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Fragen Sie irgend jemanden, wer der berühmteste Physiker ist und die Antwort wird meist "Albert Einstein" sein. 1905 schrieb Einstein drei Veröffentlichungen (Über Lichtquanten, braunsche Bewegung die spezielle Theorie der Relativität), welche unser Verständnis der Physik verändern sollte. Wegen seines Ikonen Statuses in der modernen Physik entschieden die vereinigten Staaten, "Einstein im 21. Jahrhundert" zu einem der Themen für das Weltjahr der Physik 2005 zu machen, dem hundertsten Jahrestag dieser Veröffentlichungen. Während wir die Physik im 21. Jahrhundert betrachten wollen, wollen wir auch Einstein, den Mann, ehren.
Albert Einstein / Biographie
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Einsteins Eltern |
Albert Einstein wurde am 14. März 1879 als erstes Kind der jüdischen Eheleute Hermann und Pauline Einstein, geb. Koch, in Ulm geboren (Albert Einstein in Ulm). Im Juni 1880 siedelte die Familie nach München über, wo Hermann Einstein und sein Bruder Jakob die elektrotechnische Firma Einstein & Cie. gründeten. Am 18. November 1881 wurde Albert Einsteins Schwester Maria - genannt Maja - geboren. Einsteins Kindheit verlief, bis auf den für die Familie beunruhigenden Umstand, dass er erst sehr spät sprechen lernte, normal. Um ihn auf die Schule vorzubereiten, erhielt er ab 1884 Privatunterricht, und im selben Jahr begann er auch mit dem Violinunterricht. Ab 1885 besuchte er die öffentliche Volksschule in München und wechselte 1888 ins dortige Luitpold-Gymnasium. Da ihm aber die Art des Unterrichts in den meisten Fächern zuwider war und er Probleme mit dem Klassenlehrer hatte, verließ er 1894 vorzeitig und ohne Abschluss das Gymnasium und folgte seiner Familie nach Mailand, wo sie sich inzwischen niedergelassen hatte.
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Einsteins Klasse in der Kantonsschule Aarau
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Um an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule, der späteren ETH, in Zürich ein Studium absolvieren zu können, meldete sich Einstein im Oktober 1895 zur Aufnahmeprüfung an. Da aber einige seiner Prüfungsleistungen nicht ausreichend waren, folgte er dem Rat des dortigen Rektors und ging an die Kantonsschule in Aarau, um seine Wissenslücken zu schließen. Anfang Oktober 1896 machte er dort das Matur (Abitur) und immatrikulierte sich kurze Zeit später am Polytechnikum. Studienziel war das Diplom eines Fachlehrers für Mathematik und Physik. Einstein begnügte sich damit, ein mittelmäßiger Student zu sein, und beendete im Juli 1900 erfolgreich sein Studium mit der Diplomprüfung. Danach folgten erfolglose Bewerbungen um eine Assistentenstelle am Polytechnikum und an anderen Universitäten. Zwischenzeitlich bewarb sich Einstein, nachdem er 1896 die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben hatte, formell um die Schweizer Staatsbürgerschaft. Am 21. Februar 1901 wurde er Schweizer Bürger.
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Die Gründer der Akademie Olympia,
Albert Einstein, Maurice Solovine, Conrad Habicht
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Die Suche nach einer Anstellung ging weiter. Ab Mai 1901 bis Januar 1902 war er als Lehrer in Winterthur und Schaffhausen tätig. Danach zog Einstein nach Bern. Um dort seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, gab er Privatstunden in Mathematik und Physik. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Berner "Akademie Olympia" durch Albert Einstein, Maurice Solovine und Conrad Habicht. In den abendlichen Akademiesitzungen wurden wissenschaftliche sowie philosophische Themen diskutiert. Nach Einsteins Worten hat diese - Akademie - seinen beruflichen Werdegang gefördert, und er ist ihr, auch als er schon in den USA lebte, treugeblieben (Albert Einstein-Gesellschaft).
Im Januar 1902 wurde Lieserl, die Tochter von Einstein und Mileva Maric, einer ehemaligen Kommilitonin, in Ungarn geboren. Dass Einstein ein uneheliches Kind hatte, wurde erst vor einigen Jahren bekannt, nachdem private Briefe an die Öffentlichkeit gelangten, aus denen die Existenz des Kindes hervorgeht.
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Albert Einstein mit seiner Frau Mileva geb. Maric
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Über den weiteren Lebensweg von Einsteins Tochter weiß man heute nichts. Sie wurde wahrscheinlich zur Adoption freigegeben. Ende 1902 starb Einsteins Vater in Mailand. Am 6. Januar 1903 heiratete er, gegen den Willen der Familien, Mileva Maric, und im Mai 1904 wurde Einsteins erster Sohn, Hans Albert, geboren, im Juli 1910 sein zweiter Sohn, Eduard.
Durch die Vermittlung seines ehemaligen Kommilitonen Marcel Grossmann bewarb sich Einstein im Dezember 1901 um eine Stelle am Berner Patentamt, zu der er dann auch, vorerst zur Probe, bestellt wurde. Ab dem 23. Juni 1902 war er technischer Experte dritter Klasse am Berner Patentamt. Trotz der Arbeit im Patentamt fand er die Zeit, um weiter auf dem Gebiet der theoretischen Physik zu arbeiten (Einsteins Theorien).
Im April 1905 reichte Einstein seine Dissertation "Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen" an der Universität in Zürich ein, die im Juli 1905 akzeptiert wurde. Im gleichen Jahr veröffentlichte er fünf bahn brechende Arbeiten in der Fachzeitschrift "Annalen der Physik", die die Grundlagen der Physik um 1900 revolutionierten. Drei dieser Arbeiten sollen hier kurz erwähnt werden. In dem ersten Artikel "Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt" stellte Einstein u.a. den "gewagten Satz" auf, dass elektromagnetische Strahlung aus Lichtquanten bzw. Photonen bestehen muss.
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Albert Einstein ca. 1935
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Obwohl diese Theorie u.a. den photoelektrischen Effekt erklärte, wurde sie von den Physikern, vorneweg vom Pionier der modernen Physik Max Planck, erst abgelehnt, später aber bestätigt. Mit dieser Arbeit wurde die Grundlage einer Quantentheorie der Strahlung gelegt, und ausdrücklich für sie erhielt Einstein den Nobelpreis für das Jahr 1921. Der Artikel "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" legt die Prinzipien der speziellen Relativitätstheorie dar. Diese Theorie behandelt Fragen von sich gegeneinander mit konstanter Geschwindigkeit bewegenden Bezugssystemen. Sie führte zu einer Neufassung der Begriffe Raum und Zeit und beruht auf dem Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und auf dem Relativitätsprinzip, das die Unmöglichkeit der Bestimmung einer absoluten Bewegung postuliert. Es folgt kurze Zeit später der Artikel "Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?". Er enthält die berühmte Formel von der Äquivalenz von Masse und Energie
"E = m · c2". Durch diese Arbeiten hat Einstein die wissenschaftliche Welt auf sich aufmerksam gemacht. Ende des Jahres 1906 veröffentlicht er den Artikel "Die Plancksche Theorie der Strahlung und die Theorie der spezifischen Wärme", der als erste Veröffentlichung über die Quantentheorie des Festkörpers angesehen werden kann.
Einsteins berühmte Formel: E = MC²
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Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum um 1900, Ecke Genfergasse-Speichergasse
(heute Swisscom) |
Im April 1906 wurde Einstein im Berner Patentamt zum technischen Experten zweiter Klasse befördert. Mit Einsteins Habilitation lief es nicht so glatt. 1907 wurde sein erstes Habilitationsgesuch von der Universität Bern abgelehnt. Erst Anfang 1908 konnte er sich an der Berner Universität habilitieren, und Ende des Jahres hielt er seine erste Vorlesung. Da Einstein sich nun ganz der Wissenschaft widmen wollte, kündigte er im Oktober 1909 seine Stelle am Patentamt und nahm im gleichen Monat seine Tätigkeit als außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Zürich auf. 1911 wurde Einstein als ordentlicher Professor an die Deutsche Universität Prag berufen, dem er auch Folge leistete (Albert Einsteins Prager Jahre). Aber schon ein Jahr später, nachdem er einen Ruf an die ETH erhalten hatte, kehrte er in die Schweiz zurück.
Auf Einsteins Leistungen aufmerksam geworden, versuchten Max Planck und der Physikochemiker Walther Nernst, den jungen Einstein nach Berlin zu holen. Dort wollte man ihn zum Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften machen, ihm eine Professur an der Universität Berlin ohne Lehrverpflichtung anbieten sowie ihn zum Direktor des noch zu gründenden Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik berufen. Für Einstein war dieses Angebot so verlockend - Berlin war in dieser Zeit die Hochburg der Naturwissenschaft - dass er zusagte und im April 1914 mit seiner Familie nach Berlin zog. Am 2. Juli 1914 hielt er seine Antrittsrede vor der Preußischen Akademie.
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